„Hinterzimmer-Betonpolitik der 70er Jahre“: Bürgerinitiative bekämpft Neubaupläne des Berliner Jahnsportparks

Der angekündigte „Neubau“ mit Teilerhalt stößt auf empörten Widerstand. Denn ein inklusiver Umbau wäre problemlos möglich, so die Bürgerinitiative. Von Robert Ide.

„Hinterzimmer-Betonpolitik der 70er Jahre“: Bürgerinitiative bekämpft Neubaupläne des Berliner Jahnsportparks
Foto: Imago/Schöning

Er ist weithin zu sehen und manchmal abends zu hören: der Jahnsportpark mit seinen Lichtmasten und Geräuschen, die durch den Prenzlauer Berg hallen, wenn hier mal wieder ein Fußballspiel stattfindet. Hier, wo einst DDR-Dauermeister BFC Dynamo im Europapokal direkt an der Mauer spielte (ich war als Junge beim 3:0 gegen Werder Bremen dabei; beim 0:5 im Rückspiel in Bremen naturgemäß nicht), hier wo sich heute hinter der Hinterlandmauer das junge Berlin im Mauerpark austobt – hier soll nun tatsächlich ein langer geplanter, aber umstrittener inklusiver Sportpark gebaut werden. Die Sportverwaltung gab am Mittwoch den „Neubau“ bekannt, wobei Lichtmasten, Hinterlandmauer und möglicherweise die DDR-Haupttribüne erhalten werden sollen, von der aus Stasi-Chef Erich Mielke seinem protegierten Klub einst zujubelte.

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark ist über das Verfahren empört. „Ein Umbau wäre problemlos inklusiv möglich“, sagte Thomas Draschan von der Initiative am Mittwochabend dem Checkpoint. Er spricht von einer „Hinterzimmer-Betonpolitik der 70er Jahre“ und beklagt zu wenig Rücksicht auf Klimaschutz und Bürgerbeteiligung. Zudem werde der Ausbau der Breitensportplätze verzögert.

Ein Stück Ostmoderne könnte sterben für ein Stück Sportmoderne. Die allerdings braucht Berlin auch anderswo – etwa bei einem neuen und bisher vom Senat absichtlich vertrödelten Hertha-Stadion im Olympiapark und bei einem ausgebauten, aber bisher am Köpenicker Verkehrschaos scheiternden Union-Stadion. Berlin kann bisher höchstens im Gehen rennen. So wie der BFC einst in Bremen.