Kommt das Ende von Tegel später als geplant?

Eigentlich soll das Kapitel TXL Mitte Juni beendet werden – ein Antrag fehlt jedoch. Wie lange dessen Prüfung braucht, „lässt sich nicht prognostizieren.“ Von Ann-Kathrin Hipp

Kommt das Ende von Tegel später als geplant?
Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Dass es verdammt schwierig ist, einen Flughafen zu öffnen, hat uns jahrelang der BER gelehrt. Dass es auch nicht leicht ist, einen Flughafen zu schließen, zeigt uns jetzt Tegel. Bereits am 20. Mai hat sich die Gesellschafterversammlung auf eine temporäre Schließung zum 15. Juni verständigt. Seitdem warten offiziell alle darauf, dass die Oberste Luftfahrtbehörde (angesiedelt in der Verkehrsverwaltung) TXL aus der „Betriebspflicht“ entlässt. Das Problem? Bisher liegt nur ein veralteter Antrag (Schließung zum 01. Juni und überholte Prognosen) vor. „Die Flughafengesellschaft hat einen neuen Antrag angekündigt. Dieser Antrag ist sorgfältig zu prüfen, sobald er eingeht“, sagt Sprecher Jan Thomsen auf Checkpoint-Anfrage. „Wieviel Zeit die Prüfung in Anspruch nimmt, lässt sich nicht prognostizieren. Eine neue Anhörung ist nach Rechtslage dann unverzichtbar, wenn ein Antrag neue oder geänderte Betroffenheiten auslöst oder sich relevante Umstände geändert haben.“

Warum der neue Antrag noch nicht vorliegt und welche Änderungen er enthält, konnte Flughafensprecher Hannes Hönemann nicht sagen. Was er sagen konnte: Die Änderungen seien „nicht gravierend“ und die aktuelle Version werde „im Laufe dieser Woche eingehen“. Sein Chef, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, sagte derweil der Morgenpost: Sollten die Fluggastzahlen weiter steigen, könnte eine längere Offenhaltung Tegels sinnvoll sein. Und: „Je näher wir an die Inbetriebnahme des BER heranrücken, desto geringer wird der Sparbetrag, den eine vorzeitige Schließung bringt.“ Von dem bis dato nicht gestellten Antrag sagte er nix. Flughäfen in Berlin machen einen echt fertig.