Abgeschafftes 29-Euro-Ticket kostet Berlin auch im Jahr 2025 Millionen Euro
Obwohl es seit Monaten Geschichte ist, belastet das beendete Berlin-Abo noch immer den Haushalt der Hauptstadt. Nun hat die Finanzverwaltung verraten, wie hoch genau die Kosten sind. Von Daniel Böldt und Jessica Gummersbach.
Das 29-Euro-Ticket ist seit einigen Monaten Geschichte – den Berliner Haushalt belastet das Lieblingsprojekt von Franziska Giffey (SPD) immer noch. Weil die Tickets noch bis Ende Februar 2025 galten und die Abos anschließend – ohne Preisaufschlag für die Kundinnen und Kunden – bis zum Ende der Vertragslaufzeit ins Deutschland-Ticket umgewandelt wurden, muss das Land mehrere Millionen Euro an Zuschüssen dafür bereitstellen.
Wie hoch die Summe genau ist, hat die Verkehrsverwaltung nun verraten: Sie bittet den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses 69 Millionen Euro der eigentlich gesperrten 300 Millionen Euro für das Ticket in diesem Jahr wieder freizugeben. Der „bestehende Finanzbedarf für die Abwicklung des Berlin-Abos“ sei bei der Haushaltskonsolidierung „nicht weiter berücksichtigt“ worden, heißt es durchaus etwas anklagend in dem Schreiben.
Problematisch für die Verkehrsverwaltung: Die schwarz-rote Koalition hat sich darauf verständigt, dass jede Sparmaßnahme, die nicht wie geplant umgesetzt werden kann, aus dem gleichen Fachressort refinanziert werden muss. Und weitere 69 Millionen Euro aus einem ohnehin schon zusammengekürzten Budget zu streichen, dürfte für einige Kopfzerbrechen im Haus von Ute Bonde sorgen. Zunächst kauft man sich Zeit: „Die abschließende haushälterische Abwicklung erfolgt im Rahmen des Jahresabschlusses für den Gesamthaushalt“, heißt es in dem Schreiben.