Massive Kritik an Senatsplan, die Schulen bald zu öffnen

Der Plan des Senats – konkret: von SPD und Grünen gegen die Linken –, die Schulen von nächster Woche an schrittweise zu öffnen, regt viele auf. „Gesundheits-Experimente auf dem Rücken von Lehrkräften, Erzieher*innen und Schüler*innen sind unverantwortlich!“ erklärt die GEW. Die von einem Vater gestartete Online-Petition gegen baldigen Präsenzunterricht hat bereits mehr als 20.000 Unterstützer/innen. Die Neuköllner Gymnasien fordern die Bildungsverwaltung dringlich auf, beim Distanzunterricht zu bleiben. In einem offenen Brief von Lehrkräften des Ernst-Abbe-Gymnasiums an Regiermeister und Bildungssenatorin steht, dass geteilte Klassen bis zu 18 Personen im Raum bedeuten und dass Schutzmaßnahmen „von uns selbst erarbeitet, ermöglicht, finanziert und zum Teil gegen den erheblichen Widerstand der Senatsverwaltung durchgesetzt werden mussten“. Der Brief endet mit der Aufforderung, über alle denkbaren Auswege zu reden, aber: „Riskieren Sie nicht die Gesundheit und womöglich sogar das Leben unserer Familien – also von uns allen.“ Mehrere Schulen signalisieren bereits, sich dem Senatsplan zu widersetzen.

Während Michael Müller mit Sandra Scheeres jetzt das forciert, was er tags zuvor im TV selbst „Abenteuer“ genannt hatte, will die Brandenburger Landesregierung in ihrer neuen Verordnung heute zwei weitere Wochen Distanzunterricht (bis 22.1.) für fast alle beschließen. In der Woche ab dem 18. Januar solle die Lage neu bewertet werden, teilte das Potsdamer Bildungsministerium vorab mit. So furchtbar schwierig die Abwägung zwischen sozialen und gesundheitlichen Risiken ist: Angesichts von 182 gemeldeten Corona-Toten allein seit Beginn dieser Woche in Berlin hätte man doch gern eine plausible Erklärung dafür, warum nicht wenigstens der (in ca. einer Woche erkennbare) Effekt der Weihnachtsferien aufs Infektionsgeschehen abgewartet wird, von der Ausblendung der viel ansteckenderen Virus-Mutation gar nicht zu reden.