Ein Busfahrer packt aus
Bei seiner ersten Fahrt gerät ein Nachwuchs-Fahrer der BVG in Not – und wird von Fahrgästen beschimpft. In einem Video zeigt sich sein Kollege fassungslos. Von Robert Ide
Stefan guckt traurig in die Kamera, der Busfahrer aus Biesdorf ist gestern an seiner Stadt verzweifelt – vor allem an uns Berlinerinnen und Berlinern. Einer seiner Kollegen, so schilderte er es am Abend im Internet, habe seine erste Tour allein mit dem BVG-Bus gehabt und sei dabei nicht ganz auf Linie geblieben. Er sei etwas vorsichtiger gefahren, denn „Sicherheit geht vor Pünktlichkeit“. Der Bus habe so Verspätungen gesammelt, der junge Fahrer sich auch noch am Bordcomputer verdrückt. Stefan half dem Neuen, als er ihn mit seinem Bus einholte, warb um Verständnis bei den Fahrgästen – sei aber sofort angegangen worden, was die BVG für ein „inkompetentes, unfähiges, blödes, dämliches Personal einstellt“. Verständnis: null. „Jeder wollte nur: Ich. Ich. Ich. Ich.“ Stefans Fazit an der Endhaltestelle: „Ganz ehrlich Leute, wo ist die Menschlichkeit geblieben?“ Im Berufsverkehr wird sie jedenfalls schon länger vermisst: