Nach Stromausfall in Berlin: Spranger feuert obersten Katastrophenschützer
Nach dem Anschlag auf die Stromversorgung im Januar gibt es erste personelle Konsequenzen: Karsten Göwecke wurde am Donnerstag von seinen Aufgaben entbunden. Nachfolger gesucht. Von Anke Myrrhe und Alexander Fröhlich
Der Anschlag auf die Stromversorgung Anfang Januar offenbarte große Lücken beim Zivil- und Katastrophenschutz – nun gibt es erste personelle Konsequenzen in der Senatsinnenverwaltung. Karsten Göwecke, Leiter des Referat III F (KBK) – Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement – wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Göwecke war bis Ende 2022 Vizechef der Berliner Feuerwehr. Dort galt er als wenig entscheidungsfreudig – und wurde von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) trotzdem in die Verwaltung befördert. Er sollte ein Landesamt für Katastrophenschutz aufbauen, das es bis heute nicht gibt.
Insider spotten, man habe die Situation falsch eingeschätzt – und dachte, „Blackout-Übung“ bedeute nur, das Licht im Büro auszuschalten und früher Feierabend zu machen. Die Bevölkerung hingegen durfte Anfang Januar live teilnehmen. Nun sucht man einen Nachfolger mit erweiterten Qualifikationen: Kenntnisse in Krisenmanagement, Notstromaggregaten – und der Fähigkeit, im Dunkeln den richtigen Schalter zu finden.