Berlins Verwaltung ist moderner als gedacht
Gerade in der Pandemie zeigen sich die kaputtgesparten Ämter am Limit, aber doch belastbarer als gedacht – sagen Experten für den öffentlichen Sektor. Von Robert Ide und Thomas Lippold
Die Verwaltung der Demokratie besteht zwar auch aus Menschen, versteht sich aber zuweilen nur selbst. Gerade in der Pandemie zeigen sich Berlins kaputtgesparte Ämter am Limit, aber doch belastungsfähiger als gedacht. „Die Berliner Verwaltung schlägt sich in der Krise beim genauen Hinsehen recht gut, gerade wo Mitarbeitende Pragmatismus und Improvisationskunst an den Tag legen“, sagt Basanta Thapa vom Zentrum D64, das sich um die Digitalisierung des öffentlichen Sektors kümmert. Corona habe hier „vieles erzwungen, was sonst noch Jahre gedauert hätte“.
Doch der unbürokratischere Weg durch die Instanzen der Büroklammern ist noch weit, gerade, wenn sich Mitarbeitende an Gewohntes klammern. Aber auch hierfür sehen Verwaltungswissenschaftler auf Checkpoint-Nachfrage gute Gründe. „Trotz allem Gerede von flachen Hierarchien und agilem Management bietet die bürokratische Organisation nach wie vor das Rückgrat verlässlichen Verwaltungshandelns“, sagt Organisationsexperte Jörg Sydow von der Freien Universität. Bleibt nur noch eine Herausforderung: die Entdeckung der Schnelligkeit.