Einheitsdenkmal ohne Einheit

30 Jahre nach der Wende und 13 Jahre nach dem Bundestagsbeschluss wird die Einheitswippe jetzt wirklich gebaut. Doch sie kommt zu früh. Ein Kommentar von Robert Ide

Einheitsdenkmal ohne Einheit
Foto: Milla & Partner/dpa

Wipp wipp Hurra! Vor dem Ballast der Republik – der teuer geratenen und natürlich zu spät fertig werdenden Kulisse des Stadtschlosses auf dem Fundament des früheren Palastes der Republik – haben am Dienstag die Bauarbeiten für die Einheitswippe begonnen. Nachdem das Denkmal zur Würdigung der friedlichen Revolution, das Besucher beim Begehen in Bewegung bringen können, wegen umherfliegender Fledermäuse und umherschwirrender Kunstkonzepte bis zuletzt auf der Wippe stand, wird es nun ebenfalls nicht rechtzeitig fertig. Aber der Bundestagsbeschluss zum Bau ist ja erst 13 Jahre her. Und 30 Jahre Einheit sind längst nicht vollendet – noch gibt es keinen einzigen ostdeutschen Verfassungsrichter oder Unipräsidenten. Insofern kommt ein Symbol für ein austariertes Deutschland sowieso zu früh.