„Wir wollen diese Menschen nicht bei uns haben“: Berliner Wirte wehren sich gegen rassistische Gäste
Zwei Berliner Restaurants melden rassistische Angriffe auf Kunden, Angestellte oder Betreiber. Dabei stehen diese Lokale für die Multi-Kulti Stadt und nicht für drogenabhängige Nazis. Von Robert Ide und Isabella Klose
Von Vorfällen, die ebenfalls unsere Besorgnis erregen sollten, berichten gleich zwei Berliner Wirtsleute. So beklagt der Inhaber des mexikanischen Restaurants „Pancho Villa-Cantina“ in der Reichenberger Straße in Kreuzberg, er sei vor einigen Tagen nach Dienstschluss von einem offensichtlichen Nazi rassistisch beschimpft worden. „Er schrie vorher schon die Leute auf der Straße und unsere Kunden an“, beschreibt Eduardo Calvario den Vorfall am Checkpoint-Telefon. So etwas geschehe zwar öfter in der Drogengegend rund um den Görlitzer Park, doch diesmal habe er mehr Sorge gehabt als sonst.
„Nach unserem Feierabend machte der Mann vor einem anderen Lokal an der Straße weiter, später beschimpfte er uns an einer Bar um die Ecke und wollte handgreiflich werden, weil er uns spanisch sprechen hörte“, erzählt der Wirt. Auf dem Tisch habe der Fremde nach dem Angriff noch ein historisches eisernes Kreuz mit einem eingravierten Hakenkreuz hinterlassen. „Wahrscheinlich war es ein drogenabhängiger Nazi“, vermutet Calvario, der inzwischen die Polizei eingeschaltet und auch die mexikanische Botschaft informiert hat.
Ebenfalls Ärger mit Rassisten hat das bekannte Restaurant „Set’s“ an der Schlüterstraße/ Ecke Kurfürstendamm. Das feine Charlottenburger Lokal wurde in den Online-Rezensionen von einer Frau wegen seiner angeblichen „arabischen Kellner“ angegangen. Geschäftsführer Bernhard Moser erteilte der Kundin daraufhin in einem Online-Kommentar öffentlich Hausverbot. „Wir wollen diese Menschen nicht bei uns haben“, sagte Moser dem Checkpoint und betont das Credo seines Betriebs: „Berlin ist bunt, Berlin ist Multi-Kulti und unser Café steht für diese Stadt und ihre Werte.“