Sollte Olaf Scholz gerade jetzt nach Kiew reisen?
Bundeskanzler Olaf Scholz versucht selbst kaum noch, seinem eigenen Contenance-Credo zu folgen. Schmallippig gab er in der ARD zu Protokoll, die Ausladung Steinmeiers, sei „etwas irritierend, um es höflich zu sagen“ und zählte dann auf, welche Gaben Deutschland der Ukraine bereits hat angedeihen lassen. Er sei „beeindruckt, wie sehr viele Leute es schaffen, einmal kurz zu googeln und zum Waffenexperten zu werden", bemerkte Scholz spöttisch. In die Ukraine will er auch nicht fahren. Er sei ja erst vor dem Krieg dort gewesen. Sein Problem: Solange er weder ein Gasembargo (Blockade: Deutschland, Österreich, Ungarn) noch schwere Waffen im Reisegepäck hat, wird ein Besuch in Kiew kaum zum Erfolg.
Grünen-Politiker Toni Hofreiter hat die Nase voll vom Ausharren des Kanzlers: „Mit seinem Handeln schadet der Kanzler nicht nur der Lage in der Ukraine, sondern er schadet damit ganz massiv dem Ansehen Deutschlands“, sagte Hofreiter am Abend der „Deutschen Welle“. Marie-Agnes Strack-Zimmermann ergänzte in brutaler Deutlichkeit: „Ich würde ja gerne auf Granit beißen. Aber es ist ja mehr Watte, in die man beißt, weil man eigentlich gar nicht genau weiß, was der Kanzler will.“ Friedrich Merz hätte es nicht schärfer formulieren können. Was denken Sie (ohne kurz zu googeln): Müsste Scholz jetzt nach Kiew?