Umfrage zeigt Hang zu Verschwörungstheorien

Bereits vor der Corona-Krise hielt ein erheblicher Teil der Bevölkerung eine geheime Weltverschwörung für wahrscheinlich. Das zeigt eine besorgniserregende Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Von Ann-Kathrin Hipp

Umfrage zeigt Hang zu Verschwörungstheorien
Foto: Mark Stevenson/Stocktrek Images

In Krisenzeiten haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Das Potenzial, sich die komplizierte Welt durch einfache Spinnereien zu erklären, ist allerdings schon vorher da. Das zeigt eine repräsentative Erhebung der Konrad-Adenauer-Stiftung, die zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 durchgeführt wurde. Demnach gaben 30 Prozent der 3.250 Befragten an, die Welt werde „wahrscheinlich“ oder „sicher“ von einer geheimen Macht gesteuert (weitere Antwortmöglichkeiten waren „wahrscheinlich falsch“, „sicher falsch“ und „keine Angabe“). Wer die geheime Macht sein könnte, konnte wiederum ein Sechstel nicht beantworten. Die anderen nannten Wirtschaftsunternehmen, Banken und „das Finanzkapital“ am häufigsten, gefolgt von Geheimdiensten und „reichen Menschen“. Vereinzelt war von „Außerirdischen“ die Rede. In Berlin wähltenStudienleiter Jochen Roose zufolge übrigens – im Vergleich zum Rest der Republik – mehr Menschen die Antwortmöglichkeit „sicher falsch“. Während es in Westdeutschland 35 Prozent waren, die diese Angabe machten, waren es in Ostdeutschland (ohne Berlin) 32 und in Berlin 42 Prozent.