Zweiter tödlicher Unfall an derselben Kreuzung – versprochene Verbesserung auch nach fast drei Jahren nicht umgesetzt
Ein Blinker sollte kurzfristig die Verkehrssicherheit an der Kreuzung unweit vom Krankenhaus Köpenick erhöhen. Passiert ist jedoch nichts. Nun gab es die zweite Tote dort. Von Stefan Jacobs.
Mehr als 50 Menschen haben gestern Abend mit einer Mahnwache der 74-jährigen Radfahrerin gedacht, die am Montag bei Grün von einem rechtsabbiegenden Lkw überfahren worden war – 100 Meter von der Rettungsstelle des Krankenhauses Köpenick entfernt und an derselben Kreuzung, an der bereits im Oktober 2020 ein 89-jähriger Radfahrer auf gleiche Weise starb. Beim damals anschließenden Ortstermin hatte die Unfallkommission des Landes als kurzfristige (!) Abhilfe empfohlen, gelbe Schutzblinker mit Fußgänger- und Radfahrersymbol an den Ampeln zu montieren. 33 Monate später gibt es noch immer keine.
Die konsequente Lösung wäre bekanntlich die Trennung der Grünzeiten für Geradeausverkehr und Abbieger. Aber die ist mit der Chefin der neu landeseigenen InfraSignal GmbH nicht zu machen: „Natürlich ist es sinnvoll, Radfahrende zu schützen, aber im Prinzip ist das ein zusätzliches Glied in der Kette“, sagte Katharina Marienhagen vor wenigen Tagen im Tagesspiegel-Interview. Weil dann andere kürzer Grün hätten oder länger warten müssten, sei das „als Standard nicht praktikabel.“ Ob die Chefin mal auf die Homepage ihres Unternehmens geguckt hat? Da ist von „schnellerer Umsetzung der Mobilitätswende“ die Rede und davon, „die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver zu machen“.