So viele Scheiben wie noch nie kaputt: Berliner Glaser haben nach Silvester-Exzessen viel zu tun
Jedes Jahr gehen an Silvester einige Scheiben kaputt. Darauf sind die Berliner Glasereien schon vorbereitet, aber die diesjährigen extremen Schäden übertreffen alle Vorjahre. Von Anke Myrrhe.
Ansonsten hilft eben doch nur noch: raus aus Berlin (CP von gestern). Doch das hat auch seine Tücken, wie uns Checkpoint-Leserin Katharina Franke gestern schrieb: „Verreisen über Silvester, um den Straßenschlachten in Schöneberg zu entgehen, hielten wir bisher auch für eine prima Idee. Bis ich gestern zurückkam und im Wohnzimmer unserer Wohnung im 4. OG in der Hauptstraße (beim Innsbrucker Platz) eine explodierte Silvesterrakete fand, die beide Scheiben der Balkontür durchschlagen hatte. Laut Polizei hatten wir einfach nur Glück, dass die Wohnung nicht in Flammen aufgegangen ist. Nächstes Jahr besser die Fenster verbarrikadieren?“
Oder gleich die Nummer der Glaserei einspeichern. „So extreme Einsätze wie in diesem Jahr hatten wir in den letzten Jahren nicht“, sagt ein Mitarbeiter bei Pickert, die auch die Scheiben in der Schöneberger Hauptstraße ausgetauscht haben. „Schäden in diesem Ausmaß haben wir so noch nicht erlebt.“ Im „Glashaus“ haben sie kaum Zeit, ans Telefon zu gehen. „Ich muss Aufträge abarbeiten“, antwortet ein Mitarbeiter. „Letztes Jahr war es ruhiger, aber wir sind vorbereitet auf solche Situationen.“ Bei Aacotec in der Gleditschstraße heißt es nur: „Es ist jährlich dasselbe. Die zwei Tage nach Silvester sind eingeplant für solche Vorfälle.“ Dafür ist sogar ein Mitarbeiter noch in der Silvesternacht erreichbar. Gut zu wissen.