Neue Arbeitsgruppe für mehr Bürgeramtstermine
Vom „Managementcockpit“ zur „Prozesslandkarte“: Seit Jahren versucht der Senat, die Terminmisere bei Behörden zu beheben. Ein Blick zurück auf die schrägsten Konzepte. Von Lorenz Maroldt
„Innensenatorin Spranger hat eine ‚14-Tage-Arbeitsgruppe‘ins Leben gerufen…“, schreibt die „Morgenpost“ mit Blick auf die Bürgeramtstermine (die es nicht gibt). Und wenn Sie jetzt sagen: „Hä, das kommt mir doch bekannt vor!“, dann haben Sie sich die Checkpoint-Treuenadel verdient: Seit Gründung unseres kleinen Newsletters berichten wir hier über Ankündigungen und Arbeitsgruppen zum 14-Tage-Ziel (das eine gesetzliche Pflicht zur Grundlage hat). Hier nur ein, zwei, drei, vier Beispiele:
2016: „Expertengruppe soll das Ämter-Chaos beenden.“
2017: „Der Senat berichtet über den Stand der Umsetzung des Leitprojektes ‚Leistungsfähiges Bürgeramt‘.“
2018: „Gesamtstädtisches Qualitätsmanagement: Politisches Steuerungsgremium angekündigt.“
2019: „Lenkungskreis Bürgerdienste gebildet.“
Über die Jahre kam einiger Bürgeramtsstoff zusammen, der für unsere neue Rubrik „Behördle“ (demnächst mehr dazu) geeignet wäre:
„Managementcockpit“, „Digitales Informationssystem“, „Prozesslandkarte“, „weitere Weichen gestellt“, „zentrales Werkzeug“, „steuerndes Controlling“ u.v.a.m. Das Ergebnis: Terminbuchung ist bis heute Geduldsspiel und Glückssache.
Der oben zitierte Spranger-Satz zur Bildung einer weiteren „14-Tage-Arbeitsgruppe“ geht übrigens so weiter: „…die bis März 2023 verbindliche Konzepte und Entscheidungen treffen soll, auch über die neuen Standorte, um das gesteckte Ziel zu erreichen.“ Das Thema ist ja auch verhältnismäßig neu, in BER-Dimensionen gerechnet. Und dann wird ja auch bald schon wieder gewählt (so oder so).