„Dazu wird keine Statistik geführt“: Berliner Bezirke haben keinen Überblick über erloschene Baugenehmigungen

Wo in Berlin Bauherren ihr Baurecht ungenutzt lassen, bis es erlischt, weiß niemand so recht. Auch nicht die eigentlich zuständigen Bezirke und fördern so Spekulation. Von Anke Myrrhe und Lotte Buschenhagen.

„Dazu wird keine Statistik geführt“: Berliner Bezirke haben keinen Überblick über erloschene Baugenehmigungen
Foto: Jörn Hasselmann / Tsp

Apropos: Was weiß Berlin eigentlich über die Spekulation mit Grundstücken und Baugenehmigungen? Offenbar nicht viel. Auf die Frage, wie viele Genehmigungen erloschen sind, weil auch nach sechs Jahren nicht fertig gebaut wurde (Q: Anfrage Gennburg/Schenker, Linke), kommt aus den Bezirken ein bunter Strauß Ausreden: „Dazu wird keine Statistik geführt.“ (Praktisch) „Diese Frage kann aufgrund des erheblichen Arbeitsaufwandes und der derzeitigen Personalsituation in der Kürze des zur Verfügung gestellten Zeitraums nicht mit belastbaren Zahlen beantwortet werden.“ (Schade) „Hierüber besteht kein Überblick.“ (Immer gut). Nur Pankow und Spandau können verlässliche Zahlen liefern: 2022 und 2023 sind im Norden zwölf Genehmigungen erloschen, weil nicht fertig gebaut wurde, im Westen keine. Und wie sollen die Bezirke mit Spekulationsvorhaben umgehen, die die Baugenehmigung verfallen lassen? Klar: „Es muss eine neue Genehmigung beantragt werden.“ Problem gelöst.