Die Beschlüsse des SPD-Landesvorstands
Thorsten Karge ist nicht der einzige, bei dem es derzeit heftig brodelt. Viele vermuten hinter Salehs Manöver den Versuch, die unzufriedenen Parteilinken hinter sich zu bringen, denen er und Giffey als Doppelspitze zu rechts sind. Parteifunktionäre sprechen von „intellektueller Grütze“, von „unterirdischen Positionen“ und „irren Vorwürfen“ – doch zitieren lassen möchte sich nur der Kreuzberger Kreischef Harald Georgii mit den milden Worten, Saleh solle sich entschuldigen. Und auch bei der Sitzung des Landesvorstands gestern Abend blieb es verdächtig ruhig. Offenbar will derzeit wirklich niemand die Kandidatur Giffeys gefährden. Außer vielleicht Saleh selbst.
Verteidigt wurde dessen steile These übrigens nur von Ülker Radziwill – und: Jörg Stroedter, Kreischef in Reinickendorf.
Weiteres aus dem Landesvorstand: +++ Giffey berichtet vom Koalitionsausschuss im Bund: Keine Signale für ein Ende der Groko. Kevin Kühnert sitzt ruhig in der Ecke und nickt +++ Der Antrag von Angelika Syring, die neue Parteiführung per Basisbefragung zu wählen, wird abgelehnt (Syring wollte mit Ulrich Brietzke gegen Giffey/Saleh kandidieren) +++ Giffey spricht von der „letzten Chance für die Berliner SPD“ – als Reaktion darauf gibt es entweder „eisiges Schweigen“ oder „großen Beifall“ (je nachdem, wen man fragt) +++ Michael Müller gratuliert seinem engen Vertrauten Robert Drewnicki zum Geburtstag. Es wird Happy Birthday angestimmt. Müller daraufhin: „Wir hatten mit Robert besprochen, dass nicht gesungen wird. Da sieht man mal, wie schnell man seine Macht verliert.“