Hacker-Alarm beim Filmfestival: Wer steckt hinter dem antisemitischen Berlinale-Post?

Die Berlinale steckt weiterhin im Chaos der Aufklärung. Wer steckt hinter dem antisemitischen Post? War es jemand fremdes oder aus dem eigenen Haus? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren! Von Robert Ide 

Hacker-Alarm beim Filmfestival: Wer steckt hinter dem antisemitischen Berlinale-Post?
Foto: imago / Achille Abboud

Vor drei Wochen lief der Abspann der Berlinale – und geriet bezüglich des Nahost-Konflikts zum Drama mit politischer Schieflage. Neben einseitigen Schuldzuweisungen an Israel von Preisträgern auf der Abschlussgala blieb vor allem ein antisemitisches Posting vom Account der Berlinale-Sektion Panorama hängen, auch wenn dieses kurz darauf wieder gelöscht wurde. Die Berlinale sprach von einem „Hackerangriff“ und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Was ist daraus inzwischen geworden? Die Berlinale nimmt dazu auf Checkpoint-Nachfrage nicht konkret Stellung und verweist auf die laufenden Ermittlungen des Landeskriminalamts. „Uns liegen bislang keine Ergebnisse vor“, schreibt Berlinale-Sprecherin Frauke Greiner.

Interessant allerdings ist: Der Aufsichtsrat, zu dem die scheidende Leitung vor einer Woche zum Rapport antreten musste, verlangte vom Festival, künftig „eine unautorisierte Nutzung der Social-Media-Kommunikation der Gesellschaft“ auszuschließen – was durchaus den Schluss nahelegen kann, womöglich könnte ein Mitarbeitender der Berlinale etwas mit den Posts zu tun gehabt haben, wenn auch unautorisiert. Justizsenatorin Felor Badenberg (parteilos) wollte zuletzt im Rechtsausschuss auch nicht konkreter werden (Video hier). Die einst beim Verfassungsschutz für Cyberabwehr zuständige Badenberg stellte aber sicherheitshalber klar: „Ein Hackerangriff bedeutet, dass ein Unberechtigter sich Zugriff verschafft hat auf das IT-System eines Dritten – in dem Fall auf das die Berlinale-Leitung.“ War dieser Unberechtigte ein der Berlinale Unbekannter oder nicht? Diese Frage bleibt nach dem Festival weiterhin offen, auch wenn der Vorhang längst gefallen ist.