Berlins berühmtester Blumenhändler ist tot

Rudi Kalupa war ein Berliner Original: Blumenhändler und Marktschreier mit Platzverbot am Wittenbergplatz. Zu laut! Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat seinen grollenden Stimmausstoß vor 15 Jahren sogar gemessen: 80 Dezibel, 10 mehr als erlaubt. Und als „Rosen-Rudi“ dann auch noch „Himbeer-Hakan“ zum Mitschreien animierte, erklärte Bürgermeister Ekkehard Band: „Jetzt ist Schluss mit lustig!“ Doch Rudi machte noch lange nicht Schluss. Er zog weiter über die Wochenmärkte und durch die Straßen der Stadt, gerne und oft in Schöneberg. Doch jetzt hat ihn, mit 63 Jahren, der Krebs gestoppt.

Die Nachricht von Rudis Tod erfuhr ich gestern Abend von Bettina Rust, die noch vor einer Woche mit ihm telefonierte: „Hast Du Schmerzen?“ - „Ja.“ - „Rudi, Du fehlst uns allen.“ - „Ja“. - „Rudi, gibt es jemanden, der sich um dich kümmert?“ - „Ja.“ - „Kommst Du wieder auf die Beine? Rudi?“ Da gab’s schon keine Antwort mehr. Nicht nur Rudis Rosen lassen heute die Köpfe hängen.