Senat will rechtliche Gleichstellung von queeren und Mehr-Eltern-Familien

Kinder lesbischer Paare sollten künftig zwei rechtlich anerkannte Elternteile haben. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) will zudem Mehrelternschaften regeln. Von Julius Betschka

Senat will rechtliche Gleichstellung von queeren und Mehr-Eltern-Familien
Rot-Rot-Grün will eine Reform des Abstammungsrechts in den Bundesrat einbringen. Foto: Daniel Naupold/dpa

Volle Familien-Vielfalt, bitte: Der Senat will sich heute mit Gleichstellungsfragen befassen. Rot-Rot-Grün will eine Reform des Abstammungsrechts in den Bundesrat einbringen. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte dem Checkpoint am Abend: „Auch nach der Öffnung der Ehe werden lesbische Paare rechtlich weiterhin schlechter gestellt als verschiedengeschlechtliche Paare, auch wenn sie verheiratet sind. Wird ein Kind in einer Ehe geboren, hat es zwei Elternteile. Dieses selbstverständliche Recht wird verheirateten lesbischen Paaren verwehrt.“ Auch Kinder aus Zwei-Mütter-Familien hätten einen Anspruch auf zwei rechtlich anerkannte Elternteile, sagte der Justizsenator. Behrendt will auch die bisherige Ungleichbehandlung von trans- und intergeschlechtlichen Eltern aufheben und „einen Impuls für eine zukünftige Regelung von Mehrelternschaften“ – etwa bei Samen- oder Eizellenspenden. Bislang hält Deutschland eisern am juristischen Zwei-Eltern-Prinzip fest.