Berlin lässt 100.000 Dosen Astrazeneca liegen
Eine Folge, die auch nicht bedacht wurde: Wegen der Ereignisse vom Vormittag musste der Senat seine angekündigte Selbstgefälligkeits-PK kurzfristig absagen (geplantes Motto: „Bilanz und Ausblick“). Stattdessen versuchte der Regierende Bürgermeister in seiner Videorede, der Lage noch etwas Positives abzugewinnen: „Und gerade wir in Berlin sehen, dass auch das Einladungsmanagement gut funktioniert.“ Ach ja?
Was wir tatsächlich sehen: Viele Mails jeden Tag, in denen mal glückliche Impfgeschichten erzählt werden, mal kuriose, oft aber auch verzweifelte. Niemand kann z.B. erklären, warum in einem Haushalt die 94-jährige Mutter noch immer keine Einladung bekommen hat und auch nicht der Sohn nach zweimaliger Lungenentzündung, dafür aber die topfitte, 45 Jahre alte Schwiegertochter.
Und was wir auch sehen: Beim Verbrauch der Astrazeneca-Lieferungen liegt Berlin mit 44% bundesweit auf dem drittletzten Platz – 100.000 Dosen stehen herum, es gibt freie Termine ohne Ende, aber die werden nicht genutzt und auch nicht anderweitig vergeben. (Q: „Zeit Online“). Dabei hatte der Regierende Bürgermeister, der sein Einladungsmanagement soeben lobte, vor mehr als einer Woche versprochen: „Ich habe die Gesundheitssenatorin beauftragt, ein gutes und unkompliziertes Angebot jenseits der Priorisierung zu erarbeiten.“