Ist Verkehrpolitik ein Elitenthema?
Da kippt mancher rot-rot-grüne Radler sicher aus dem Sattel. Dem Linken-Fraktionschef in Friedrichshain-Kreuzberg Oliver Nöll reicht die Rechthaberei vieler Pedaletreter. Als er nach neuen Radstellplätzen in seinem Bezirk gefragt wurde, antwortete Nöll trocken: „Ich habe andere politische Prioritäten: Gentrifizierung, Kleingewerbeverdrängung, soziale Schieflage in der Stadt und Gesellschaft, Wohnungslosigkeit.“ Ist die so heftig umkämpfte Verkehrspolitik am Ende ein Elitenthema? Nöll berichtet jedenfalls, er sehe eher „Leute aus den Eigentumshütten an der Revaler Spitze, die sich auf teure Touringbikes schwingen, während der scheinselbstständige Kurierfahrer morgens um 5:30 Uhr auf sein Auto angewiesen ist“. Ganz so einfach ist die politische Autokorrektur nicht, wie sie mancher Radfahrer gern hätte.