Digitalisierung, Gesellschaftsspiele, Oscar Wilde: Das sind die Neujahrsvorsätze für 2026 des Berliner Senats
Zu den beliebten Checkpoint-Ritualen gehört, die Senatsmitglieder nach ihren Neujahrsvorsätzen zu fragen. Premiere: Diesmal haben erstmals alle geantwortet und ihre Pläne geteilt. Von Anke Myrrhe, Jessica Gummersbach und Stefan Jacobs.
Apropos Vorausschau: Zu den beliebten Checkpoint-Ritualen gehört, die Senatsmitglieder nach ihren Neujahrsvorsätzen zu fragen. Premiere: Diesmal haben erstmals ALLE geantwortet. Wenn das kein gutes Omen für 2026 ist. Schauen wir also voraus (und teilweise zurück):
+ Der Regierende Kai Wegner (CDU) hatte sich für 2025 vorgenommen, die „Digitalisierung der Dienstleistungen voranzutreiben“. Das hat (auch Dank Staatssekretärin Martina Klement, Grüße!) ganz gut funktioniert. In diesem Jahr möchte Wegner „die Berlinerinnen und Berliner für die Olympischen und Paralympischen Spiele begeistern und den Traum von Olympia in Berlin Wirklichkeit werden lassen.“ Mal sehen, was länger dauert.
+ Iris Spranger (Inneres & Sport) schließt sich an und wünscht sich, „dass Berlin durch unsere gemeinsame Arbeit das Rennen um die nationale Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele gewinnt.“
+ First Lady Katharina Günter-Wünsch (Bildung, Jugend & Familie) möchte mit ihrer Verwaltung „die begonnenen Vorhaben gemeinsam fortführen“ und sich weiter „mit ganzer Kraft für tragfähige Lösungen für Kinder, Jugendliche und Familien einsetzen.“
+ Franziska Giffey (Wirtschaft, Energie & Betriebe) fokussiert sich auf den Wahlkampf: „Ich will meinen Wahlkreis in Rudow direkt gewinnen. Deshalb heißt es im neuen Jahr: kämpfen.“ Vergangenes Jahr hieß es noch: „Starke Wirtschaft und gute Arbeit für Berlin voranbringen.“
+ Stefan Evers (Finanzen) hatte für 2025 „Sport und Sparen“ auf dem Zettel und bleibt sich größtenteils treu: „Im neuen Jahr spare ich mir Erklärungen, wo Einsicht nicht vorgesehen ist. Das schont Kräfte für die wichtigen Aufgaben.“
+ Christian Gaebler (Stadtentwicklung, Bauen & Wohnen) schreibt passend zur Antwort des Vorjahres: „Ich bleibe dabei: Ich habe keinen festen Vorsatz, sondern man sollte sich jeden Tag etwas Gutes vornehmen.“
+ Zum ersten Mal durfte Sarah Wedl-Wilson (Kultur & Gesellschaftlicher Zusammenhalt) mitmachen: „Ich möchte mir der kleinen, täglichen Glücksmomente noch bewusster werden: ein freundliches Wort, ein Lächeln, ein Sonnenstrahl, ein leckeres Essen, ein Glas mit Freunden. Es sind die kleinen unbezahlbaren Momente, die den Ausgleich zum harten Tagesgeschäft bringen.“
+ Felor Badenbergs (Justiz & Verbraucherschutz) Vorsatz: „Die letzten Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umsetzen und gleichzeitig mehr Zeit für die Menschen, die mir am Herzen liegen.“
+ „Mehr Zeit an Wochenenden mit Familie und Freunden, auch für Gesellschaftsspiele“, wünscht sich Ute Bonde (Mobilität, Verkehr, Klimaschutz & Umwelt). Im vergangenen Jahr war es „mehr Zeit zum Lesen und zum Stöbern in Buchhandlungen.“
+ Cansel Kiziltepe (Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt & Antidiskriminierung) bleibt beim Klassiker und möchte „regelmäßig Sport treiben.“
+ Und Ina Czyborra (Wissenschaft, Gesundheit und Pflege) hält offenbar wenig von Neujahrsvorsätzen: „Um es mit den Worten von Oscar Wilde zu sagen: ‚Gute Vorsätze sind Schecks, auf eine Bank ausgestellt, bei der man kein Konto hat.‘“
Hm, vielleicht besser als ein Konto voller Schulden? Aber für den Moment bedanken wir uns bei allen fürs Mitmachen, und wünschen gutes Gelingen.