„Spritti – der lustige Tankrabatt“: Warum die Spritpreisbremse niemals kommen darf

Bei Twitter kursieren für Lindners Tankdeckel schon Namensvorschläge. Doch kein Name kann über dessen Ungerechtigkeit hinwegtäuschen. Ein Kommentar. Von Julius Betschka

„Spritti – der lustige Tankrabatt“: Warum die Spritpreisbremse niemals kommen darf
Bundesfinanzminister Christian Lindner will das Tanken günstiger machen. Foto: Eric Piermont/AFP

Apropos guter Rat: Bundesfinanzminister Christian Lindner möchte gern das Tanken günstiger machen. Der Oberliberale nennt sein Herumdoktern am Markt jetzt „Krisenrabatt Kraftstoffe“ – eine Alliteration immerhin, ganz gut merkbar. Aber allein das Wort „Krise“ – nein, so geht das nicht! Hätte er bloß rechtzeitig Twitter-Userin @rophie_segel (oder Franziska Giffey) gefragt: Sie schlägt „Tankstellen-Entfesselungs-Gesetz“, „Gutes-Spritpreis-Gesetz“ oder „Tank-Freiheits-Gesetz“ als Namen für Lindners liberalen Tankdeckel vor. Kollege Stefan Jacobs würde sich über eine „Fossilienbeschleunigungsverordnung (FossBeschVO)“ oder einen „Spritstorm“ freuen. Weitere Vorschläge wären: „Spritpreislindnerung“ (@reblaus10), „Tobias-Hans-Gedächtnis-Zulage“ (@ElMattador4), „Spekulationsgewinnschutzgesetz“ (@claasgefroi) oder „SPRITTI – der lustige Tankrabatt“ (@EC78452515). Ich würde noch Freie-Bahn-mit-Marzipan-Umlage“ und „Bahnefrei-Osterei-Gesetz“ ins – ähm – Autorennen werfen.

Ob nun Tankstellen entfesselt werden oder man das Ganze schlicht SPRITTI nennt: Lindners Vorschlag verteilt Geld um. Allerdings nicht, wie das in einem Sozialstaat gedacht ist, von oben nach unten: Je weniger Einkommen Menschen besitzen in Deutschland, desto seltener haben sie auch ein Auto. Lindner tut also das Gegenteil vom dem, was richtig wäre – nämlich arme Menschen zu entlasten. Bewahren, das hat der nicht für sozialistische Umtriebe verdächtige Ökonom Clemens Fuest in der FAZ geschrieben, kann der Staat die Bürger vor steigenden Energiepreisen ohnehin nicht gänzlich. Ausgerechnet denen in der Krise Geld auszuschütten, die ohnehin schon viel haben, erscheint daher umso verschwenderischer. Das wird mit neuem Namen zwar lustiger, aber nicht richtiger. Immerhin: Tobias Hans gefällt das.