Spurensuche nach dem Holocaust in Berlin
Wir stolpern über sie, die unbekannten Namen von nebenan, auf der Straße und auch hier im Checkpoint. Die Stolpersteine zeigen Schicksale der Nachbarinnen und Nachbarn, die im Nationalsozialismus aus unserer Stadt verschwunden sind: verschleppt (oft nach einem Verrat von Nachbarinnen und Nachbarn), gequält und umgebracht, weil sie jüdisch waren. Sie sind verschwunden aus unserem Leben. Wie schaffen wir es, dass die Erinnerung an sie nicht schwindet?
Franklin Lewinson hat keine Erinnerung an seinen Vater. Er wurde verschleppt, als der Sohn sieben Jahre jung war. Hans Lewinsohn wurde deportiert ins KZ Auschwitz und 1943 ermordet. Die Mutter brachte den jungen Franklin und seine Schwester versteckt durch die Kriegsjahre in Berlin und wanderte danach mit den Kindern nach Amerika aus. Von ihrem im Holocaust ermordeten Mann erzählte sie nicht mehr viel. Das Einzige, was Franklin von seinem Vater geblieben ist, ist ein Foto. Und nun ein Stolperstein vor ihrem früheren Wohnhaus in Friedrichshain.
Franklin Lewinson, inzwischen 88 Jahre alt, ist aus Pennsylvania nach Berlin gereist, um nach den Spuren seiner Familie zu suchen. Sein Leben lang wollte er wissen, auf welcher Liebe sein Leben begründet ist. Seine Lebensgeschichte lesen Sie hier. Damit die Erinnerung lebendig bleibt.