Berlinale muss Tickets auf Baustelle verkaufen
Das Filmfestival muss seine Eintrittskarten vor verrammelten Läden vertreiben – die Arkaden werden umgebaut. Die Geschäftsführerin findet das „nicht ideal“. Von Robert Ide
Falls Sie zur Abwechslung mal ein „abwechslungsreiches Shopping- und Freizeiterlebnis von internationalem Format“ (Eigenwerbung) durchleben wollen, kommen Sie zum Potsdamer Platz. Aber bitte erst in zwei Jahren. Derzeit herrschen in den dortigen Arcaden Schlussverkauf und Torschlusspanik gleichermaßen, denn das Einkaufszentrum wird ab jetzt umgestaltet und soll mit einer neuen Restauranthalle den Besuchern schmackhafter gemacht werden. Das allerdings schmeckt der Berlinale nicht, die im Februar hier ihre Kinotickets auf einer Baustelle mit verrammelten Läden verkaufen muss. „Natürlich ist die aktuelle Situation am Potsdamer Platz nicht ideal“, sagt Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek auf Checkpoint-Nachfrage. Das Filmfestival prüfe nun, „wie wir die Frontflächen der Geschäfte für Kommunikationsmaßnahmen nutzen können“. Offenbar wird auch über Installationen nachgedacht – allerdings keine kulinarischen. Die Foodtrucks für die Filmfans, die vor dem Kaufhaus parken, „können wir nicht einfach in die Arcaden stellen“, bedauert Rissenbeek. So werden also statt Äpfeln hier nur Läden entkernt.