„Der PKW fuhr uns gezielt an“ - Berlinerin berichtet von aggressivem Autofahrer in Neukölln
Apropos Missstand: Werden Autofahrer in Berlin diskriminiert? Das haben wir am Samstag im Checkpoint gefragt. Rund 3.800 Menschen haben abgestimmt. 39 Prozent sagen „Ja, man schämt sich fast für den Führerschein“, 56 Prozent „Nein, die haben überall Vorrang“. Zu letzteren dürfte Checkpoint-Leserin Barbara W. gehören, die am Samstag folgendes erlebte: „Als meine Tochter und ich die Saalestraße überqueren wollten (zugegeben nicht im günstigsten Moment) und auf dem Mittelstreifen verharren mussten, weil von rechts Verkehr kam, fuhr uns ein von links kommender PKW gezielt an, nachdem er zunächst gehupt hatte (wir konnten aber ja nirgendwo hin). Es war ein langsames an uns heran rollen, daher wurden wir nicht verletzt (meine Tochter hat ein leicht aufgeschürftes Knie, weil sie kurz zu Boden ging und mir fuhr er in die rechte Ferse), aber der Schock sitzt natürlich tief. (…) Ja, ich habe ein gewisses Risiko in Kauf genommen, als ich die Straße trotz Verkehr überquerte. Ich sollte aber davon ausgehen können, dass ein Auto, das mich sieht, nicht bewusst auf mich fährt.“ Ihre Analyse: Die „autofokussierte Verkehrspolitik“ der vergangenen Jahre habe dazu beigetragen, dass Autofahrer sich zunehmend im Recht sehen – selbst dann, wenn andere gefährdet werden.