Warum DDR-Straßenlaternen „moralisch verschlissen“ sein sollen
In Berlin erhellen noch 18.000 „Rostocker Straßenleuchten“ die Wege. Nun wollte ein Abgeordneter wissen, wann die DDR-Lampen ersetzt werden – mit einer elektrisierenden Aussage. Von Robert Ide und Matthieu Praun
Das Ende ist auch für Berlins Straßenlaternen nah, zumindest beim Typ „Rostocker Straßenleuchte“, kurz RSL 1. Hier hat der FDP-Abgeordnete Stefan Förster mal eins und eine Laterne zusammengezählt und den Senat gefragt, bis wann es für die generell dunkler scheinenden DDR-Leuchten (Satellitenbild-Vergleich hier)zappenduster wird. Die Umweltverwaltung lässt dazu wissen: „Aktuell sind verschiedenste Projekte zur mittelfristigen Ablösung von 400 RSL-Leuchten in der Vorbereitung. Die verbleibenden Leuchten werden in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln langfristig durch LED-Leuchten ersetzt werden.“ Das dürfte ein sehr langfristiges Projekt werden – bei dann immer noch 17.300 RSL-1-Leuchten. Zumal sich die Verwaltung erst auf die Umrüstung von Gaslaternen konzentrieren will; die hätten eine schlechtere Energiebilanz und höhere Wartungskosten.
Warten Sie, eins haben wir zum Thema RSL 1 noch: die Originalfrage von Stefan Förster. Sie lautete: „Bis wann plant das Land Berlin, die noch vorhandenen und technisch überholten sowie moralisch verschlissenen Rostocker Straßenleuchten durch zeitgemäße Straßenleuchten zu ersetzen?“ Wer hätte das gedacht: Nun sind sogar schon Straßenlaternen „moralisch verschlissen“. Nicht jede Leuchte darf eben eine helle sein.