„Ich fühlte mich sicherer“: Was die Kürzung bei Integrationskursen für Berlin bedeutet
Durch geplante Einsparungen könnten in Berlin rund 8000 Plätze in Integrationskursen wegfallen. Betroffen sind unter anderem Asylbewerber, Geflüchtete und Arbeitsmigranten. Von Sönke Matschurek.
„Die Angst vor Interaktionen auf Deutsch ist nach und nach verschwunden“, sagt die in Berlin lebende PhD-Studentin Ruchi aus Indien dem Checkpoint über ihren Integrationskurs. „Nach dem ersten Modul konnte ich meinen Arzttermin vereinbaren. Ich habe mich unabhängiger und selbstständiger gefühlt, auch jenseits der Sprache. Und ich habe viele Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen gefunden.“
Doch nun soll gespart werden. Asylbewerber, ukrainische Kriegsflüchtlinge und viele Arbeitsmigranten (wie Ruchi) dürfen nicht mehr kostenfrei Deutsch lernen. In Berlin sind laut der Integrationsbeauftragten 8000 Kursplätze betroffen.„Integrationspolitisch ist das die völlig falsche Weichenstellung“, sagt Dieter Hartmann, Deutschlehrer und Dozenten-Vertreter der Berliner Volkshochschulen, dem Checkpoint. Allein Berlins Volkshochschulen hätten vergangenes Jahr rund 650 Integrationskurse angeboten. „Das macht mich wirklich wütend.“