BER nach fünf Jahren: Wie der Berliner Flughafen bei Passagieren ankommt
Von „großartig“ bis „miserabel“: Die Meinungen über den BER sind auch fünf Jahre nach der Eröffnung gespalten. Wir haben Nutzende nach ihren Erfahrungen gefragt. Von Lorenz Maroldt und Sönke Matschurek.
nach 24 Jahren Planung, 14 Jahren Bauzeit, acht geplatzten Eröffnungsterminen, sieben verschlissenen Geschäftsführern und sechs verausgabten Euro-Milliarden ging vor fünf Jahren endlich der BER an den Start. Berlins ungekrönter König der Lüfte heißt seitdem Engelbert Lütke Daldrup – er konnte das Monster schließlich zähmen. Am 30. Oktober 2020 landete hier die erste Maschine, und nach 3073 Tagen konnte der Checkpoint seinen berühmten Nichteröffnungs-Counter einstellen. Kurz vor der Vollendung seines Werks sprach der Flughafenchef damals mit dem Checkpoint über seinen größten Erfolg und erklärte: „Ein Flughafen macht immer Spaß.“
Hurra! Oder? Wir hatten Sie vor ein paar Tagen nach Ihren Erfahrungen und Meinungen gefragt – und die Auswertung zeigt: Der BER polarisiert noch immer. Auf der Skala von „miserabel“ bis „großartig“ sind die Werte ziemlich gleichmäßig verteilt – nur „geht so“ fällt dagegen etwas ab.
Lange Wege (35%), weite Anfahrt (30%) sowie Wartezeiten bei Check-in und Sicherheitskontrollen (27%) sind die Top-3-Ärgerpunkte. Umgekehrt lässt sich aus den Prozentzahlen schließen: Für mehr als Zweidrittel der Nutzer sind das keine großen Probleme, zumal im Vergleich mit anderen Flughäfen.
Einige Missverständnisse fallen auf: Die einen bemängeln, dass „der Übergang von T1 zu T2 draußen“ ist, dabei gibt es auch die Möglichkeit, hinter der Sicherheitsschleuse innerhalb des Gebäudes zwischen den Terminals zu wechseln. Und die anderen vermissen einen Supermarkt außerhalb der Gates, dabei gibt es im Untergeschoss beim Übergang zu den Gleisen einen, der rund um die Uhr geöffnet hat.
Und was ist am BER besser als anderswo? Hier reicht das Spektrum von „gar nichts“ bis „alles“ – ebenso unterschiedlich also wie beim Thema Personal: Die einen freuen sich über „den Berliner Humor“, die anderen ärgern sich darüber.
Das gastronomische Angebot an sich kritisieren nur 7% – die Preise allerdings halten viele für zu hoch.
Die Architektur bleibt ebenso Geschmackssache: Zwischen „schlicht“, „schön“ und „schrecklich“ ist alles dabei. Sogar „das Retro-Design“ am einst als „modernster Flughafen Europas“ konzipierten BER wird gelobt.
Für die BER-Geburtstagswoche hat sich auch Naomi Fearn in ihrem Checkpoint-Kult-Comic „Berliner Schnuppen“ etwas Besonderes ausgedacht: Jeden Tag können Sie hier einen kleinen Hinweis auf unseren Lieblingsfluchhafen entdecken. Falls Sie alle finden: Unter den Einsendern verlosen wir am Ende der Woche einige schöne Überraschungen (nur mit Abo). Die Adresse: checkpoint@tagesspiegel.de.