Wer verdient mehr als Kai Wegner? Das sind Berlins Topverdiener bei den landeseigenen Unternehmen
Der Beteiligungsbericht des Landes Berlin zeigt, wo am meisten Geld verdient und am meisten verloren wird. Ausgerechnet die BVG schreibt Verluste, während ihr Chef fast eine halbe Million verdient. Von Anke Myrrhe und Valentin Petri.
Pflichtschuldig tragen wir hier die aktuellen Zahlen zur Neiddebatte bei: BVG-Chef Henrik Falk verdient fast 10-mal so viel wie seine Mitarbeiter – und liegt mit seinen 454.000 Euro jährlich nicht mal an der Spitze der landeseigenen Unternehmen. Das geht aus dem Beteiligungsbericht des Landes Berlin hervor, der dem Checkpoint vorliegt. Weitere Details:
+ Topverdiener ist Messe-Chef Dirk Hoffmann (502.000 Euro), knapp dahinter IBB-Chef Hinrich Holm (494.000 Euro) und BSR-Chefin Stephanie Otto (437.000 Euro).
+ Die höchsten Gewinne machten die Wasserbetriebe (164 Millionen Euro),
+ Die größten Verluste machten die neue BEW, berlinovo, der BER, Vivantes – und die BVG.
+ Berlin ist an 51 Unternehmen und neun Anstalten öffentlichen Rechts beteiligt. Dort gibt es 63.000 Vollzeitstellen (Stand 2024).
+ Es wurden 4,4 Milliarden Euro investiert, eine Milliarde mehr als im Vorjahr (vor allem durch den Ankauf der Berliner Energie- und Wärme GmbH).
+ Der Frauenanteil in Geschäftsführungspositionen liegt bei 38,5 Prozent – und damit etwas höher als im Vorjahr.
Bleibt noch die Auflösung unserer Umfrage von gestern: Sollten die Gehälter von Berlins Landesmanagern gedeckelt werden? Die Meinung der draufklickenden Checkpoint-Leserschaft ist eindeutig: 56 Prozent sagen „Niemand sollte mehr verdienen als der Regierende Bürgermeister“, 36 Prozent finden: „Der Markt gibt die Löhne vor.“ (Beteiligung: rund 2900 Menschen). CP-Vorschlag zur Güte: Einfach das Gehalt des Regierenden (212.000 Euro im Jahr) verdreifachen.