Fiese Betrugsmasche oder ganz normaler Amtsalltag?
Eine handgeschriebene, unleserliche Postkarte fordert Checkpoint-Leser Michael S. auf, sich beim Statistikamt zu melden und interviewen zu lassen. Wie seriös ist das? Von Lotte Buschenhagen und Thomas Lippold
Es bleibt mysteriös: Am Samstag hat Checkpoint-Leser Michael Schaffner ein Schreiben des Landesamts für Statistik erhalten. Für den Mikrozensus sei er in einem 30-minütigen Gespräch auskunftspflichtig, Mietvertrag und Heizkostenabrechnungen habe er bereitzuhalten. Dem Schreiben liegt eine handgeschriebene (!), unleserliche Postkarte der zuständigen Interviewerin bei, die um Rückruf bittet – samt schiefer Unterstreichungen.
„Wir empfinden die Ansprache als sehr unseriös und gehen nicht davon aus, dass es sich um eine offizielle Aufforderung handeln kann“, schreibt Schaffner dem Checkpoint. Zudem sollte der Zensus laut Amtsangaben seit Mitte August abgeschlossen sein. Fiese Betrugsmasche oder …ganz normaler Berliner Amtsalltag? Das Landesamt für Statistik war am Montag leider nicht zu erreichen. Für die Echtheit des Schreibens sprechen jedoch die korrekten Kontaktdaten auf dem Brief und ein Telefonbucheintrag der Interviewerin. Und die alte Berlin-Weisheit: Jibt nüscht, was et nich jibt.