Flüchtling ist einer von Berlins Sportlern des Jahres
Beim Marathon wurde er schnellster Berliner. Doch bis vor kurzem war Mustapha El Ouartassy nur geduldet. Bei Berlins Sportlerwahl bekam er nun einen Förderpreis. Von Robert Ide.
Und dann noch diese gute Nachricht des Jahres: Berlin hat am Wochenende seine besten Sportler gekürt. Eine unscheinbare Ehrung war dabei die ungewöhnlichste: Mustapha El Ouartassy bekam den Manfred-von-Richthofen-Solidaritätspreis. Noch im Sommer musste der Flüchtling aus Marokko um seine Abschiebung fürchten; er war nur geduldet, hatte weder Krankenversicherung noch Arbeitserlaubnis. Erst im September stellte ihm Innensenator Andreas Geisel (SPD) eine Aufenthaltserlaubnis in Aussicht. Kurz darauf ging er für seinen Verein Fortuna Marzahn beim Berlin-Marathon an den Start, wurde mit 2:14:02 Stunden schnellster Läufer aus Berlin und belegte den 26. Platz in der Gesamtwertung (Porträt hier). El Ouartassy spricht nach zwei Jahren sehr gut Deutsch und hat einen Übungsleiterschein gemacht, um selbst Flüchtlinge zu trainieren. Seine Ziele sind nun die Einbürgerung und die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Hoffentlich läuft das auch so gut wie er.