„Futuristisch vor sich hingammelnd“: Berliner Bierpinsel soll nächstes Jahr saniert werden

 „Futuristisch vor sich hingammelnd“: Berliner Bierpinsel soll nächstes Jahr saniert werden
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Auf der Schloßstraße in Steglitz spielen sich immer tolle Szenen ab: nostalgische Filmgeschichten (hier), verrückte Liebesgeschichten (hier) – oder einfach nur: Geschichten des Verharrens. Etwa im Bierpinsel, wo ich einst gerne mal ein Bier trank (Erlebnisse hier), der aber heute futuristisch vor sich hingammelt wie ein schales Bier, das jemand im Taubendreck unter der Autobrücke abgestellt hat (zu sehen hier). Zwar ist der Turm inzwischen an den Investor Götz Fluck verkauft, der ihn sanieren will. Das Problem ist allerdings wie immer in Berlin eines aus vielen Zuständigkeiten: Dem Investor gehört der Turm, dem Senat die Brücke, dem Bezirk das Straßenland, der BVG der U-Bahnhof. Inhaber Fluck weiß, was das heißt: „Damit ist niemand richtig zuständig.”

Unser Lokalreporter Boris Buchholz hat das ganze Drama um den Turm recherchiert und in seinem neuen Bezirks-Newsletter (kostenloses Abo für alle Bezirke hier) auch viele gute Nachrichten parat: Die Stadtreinigung will laut Verkehrsstadtrat Urban Aykal (Grüne) „diese Örtlichkeit nochmals verstärkt in den Blick nehmen“. Es soll mit allen Beteiligten sowie mit Tiefbauamt, Polizei und Denkmalschutzbehörde ein Gespräch zur Zukunft des Bierpinsels geben. Auch Besitzer Götz Fluck hat einiges vor: „Ich will das Gebäude vollständig sanieren und einer gemischten Nutzung aus Büro und Gastronomie zuführen.“ In einem Jahr soll der Umbau beginnen – und irgendwann trinkt Berlin hier oben mal wieder ein frisches Bier. Und nimmt dabei seine Zuständigkeiten aufs Korn.