Berlins letztes Spezialgeschäft für Bestecke und Silberwaren schließt

Familie Bergemann hört auf und der Einzelhandel wird um ein Kuriosum ärmer – Und wer wird nun das Silberbesteck ausländischer Botschaften instand halten?

Berlins letztes Spezialgeschäft für Bestecke und Silberwaren schließt
Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Familie Bergemann macht Schluss. An Heiligabend schließt Berlins „größtes und einziges Spezialgeschäft für Bestecke und Silberwaren“. Mehr als 35 Jahre wurde in Lichterfelde-West (Drakestraße 43) verkauft und repariert. Neue Klingen wurden eingesetzt, gebrochene Tauflöffel gelötet, die verbeulte Kanne ausgebeult, die Messer für Spitzengastronomen geschärft und das Silberbesteck von ausländischen Botschaften instandgehalten. Jetzt verabschieden sich die Besitzer, Cornelia und Wolfgang Bergemann, aus Altersgründen. Frau Aumann, die den Laden schmeißt, will aus gesundheitlichen Gründen in Rente gehen. Ein Nachfolger hat sich trotz langer Suche nicht gefunden. „Die schwere Arbeit eines Silberschmieds will heute keiner mehr machen, die jungen Leute wollen sich nicht mehr schmutzig machen“, sagt Aumann. Der glänzende Abschied startet demnächst mit einem Ausverkauf – Juweliers-Ladeneinrichtung inklusive.