Absenkung beschlossen: Berliner Wohnungsbauunternehmen drehen Heizungen herunter
Nicht nur die landeseigenen, sondern auch private Wohnungsbaugesellschaften sinken die Temperatur in den Häusern. Die Mieter können mit 17 bis 20 Grad rechnen. Von Daniel Böldt
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM will bekanntermaßen eine Temperatur-Obergrenze für ihre Mieter:innen prüfen (CP vom 15.08.). Und die anderen fünf Landeseigenen? Der Checkpoint hat nachgefragt und eine überraschende Antwort erhalten. Erste Überraschung: Auf die Anfragen antworteten nicht die Unternehmen selbst, sondern der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), der insgesamt rund 340 Unternehmen vertritt, die wiederum nach Angaben des BBU mehr als die Hälfte der rund 1,9 Millionen Wohnungen in Berlin verwalten.
Zweite Überraschung: Eine Absenkung der Heiztemperatur sei nicht nur geprüft, sondern längst beschlossen worden. „Die nach herrschender Rechtsprechung geschuldete Raumtemperatur liegt in Wohnräumen in der Regel zwischen 17 und 20 Grad“, teilte ein Sprecher des Verbandes mit. „Innerhalb dieser Parameter passen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften die Leistung der Heizanlagen in ihren Wohn- und Bürogebäuden bereits an.“
Konkret hätten die Unternehmen beschlossen, die sogenannte Vorlauftemperatur der Heizungen zu senken. Das betreffe nicht nur die landeseigenen, sondern auch die privaten Wohnungsbaugesellschaften, wie der BBU auf Nachfrage erläuterte. Für Mieter:innen bedeutet dies zweierlei: Zum einen könnte es etwas länger dauern, bis ein Raum warm wird. Zum anderen wird die maximal mögliche Heiztemperatur deutlich sinken. In welcher Größenordnung genau, hängt von mehreren Faktoren wie Dämmung, Raumgröße und Zustand der Heizung ab. Zusammengefasst: Frieren soll keiner, allzu mollig wird es in diesem Winter aber auch nicht.