Friedenau hat einen Schaden

Sie erinnern sich vielleicht an die „Behördenschäden“? (CP vom 16. August, Beweisfoto) Das lustige Schild hat einen ernsten Hintergrund, den nun der umtriebige Wolfgang Pohl von der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg öffentlich vorrechnet. Er hat eine interaktive Karte erstellt, die auf kleinstem Raum 120 dieser Schilder zeigt – allerdings im Original mit der Aufschrift „Gehwegschäden“. (Karte hier)
 
Nachfrage beim Bezirksamt mit einer, zugegeben, verrückten Idee: Wäre es nicht einfacher, die Schäden zu beseitigen, anstatt überall diese Schilder aufzustellen? Prompte Antwort: Die Schäden sind die Folge jahrelanger Sparpolitik in Berlin: „Durch Unterfinanzierung sowie personelle Unterausstattung der zuständigen Fachbereiche kam es im Laufe der Jahre zu einem Sanierungsstau, der jetzt erst nach und nach abgearbeitet werden kann. Voraussetzung für den Fortschritt ist die Einstellung von zusätzlichem technisch qualifiziertem Personal und eine auskömmliche Finanzierung.“ Soweit, so bekannt. Doch müssten dann nicht in der ganzen Stadt diese Schilder herumstehen? Nicht unbedingt, denn hier sei besonders viel alter Baumbestand vorhanden, dessen Wurzeln die schmalen Gehwegplatten anheben. Wer den Baum hat, hat den Schaden.

Möglicherweise ist aber auch alles gar nicht so schlimm, denn: „Die Anzahl der Hinweisschilder kann weder bestätigt noch dementiert werden, darüber wird keine Statistik geführt“, heißt es aus dem Bezirksamt. „In der Regel werden die Schilder abgeordnet und demontiert, wenn die Schäden beseitigt sind. Aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen kann es im Einzelfall vorkommen, dass nach der Schadensbeseitigung noch eine Weile Schilder stehen bleiben.“