Anmaßende Überheblichkeit auf Kosten der Allgemeinheit: Das teure Recht auf private Topfpflanzen und Einzelbüros in Bundesministerien

Trotz großzügiger Homeoffice-Regeln plant der Bund weitere Neubauten. Dabei ist das Individualbüro ein verschwenderisches Privileg. Ein neues Raummanagement muss her. Ein Kommentar von Lorenz Maroldt.

Anmaßende Überheblichkeit auf Kosten der Allgemeinheit: Das teure Recht auf private Topfpflanzen und Einzelbüros in Bundesministerien
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Die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten ist heute in vielen Branchen und Verwaltungen eine Selbstverständlichkeit, auch wir beim Tagesspiegel haben eine entsprechende Dienstvereinbarung. Selbstverständlichsollte es inzwischen aber auch sein, dass nicht alle Büros und Arbeitsplätze für die individuelle Nutzung freigehalten werden und über die Hälfte der Zeit leer stehen.

In der Privatwirtschaft kommen längst moderne Raumbuchungstools zum Einsatz, die auch eine effektive Einzelbüronutzung möglich machen – und insgesamt Platz sparen. Dass die Bundesregierung dagegen das berufslebenslange Recht auf die private Topfpflanze am immer selben Einzelplatz unangetastet lässt, zugleich aber einen massiven und teuren Ausbau der Ministerien betreibt, offenbart eine anmaßende Überheblichkeit auf Kosten der Allgemeinheit.

Auf ein Regierungsmitglied trifft das in diesem Zusammenhang allerdings nicht zu: Christian Lindner hat die Pläne für einen Erweiterungsbau des Finanzministeriums gestoppt. Er will prüfen lassen, ob stattdessen auf dem Postblock-Areal (Leipziger Straße / Wilhelmstraße) Wohnungen gebaut werden können.