Spandaus Seelsorger Viktor Weber über Online-Gottesdienste
Besonders zu Ostern vermisst der Pfarrer die „Vibes“ der Gemeinde und den Gesang, aber er freut sich über den Zuspruch, den er erfährt: „Die Kirchen sind leer, aber die Herzen sind voll.“ Von Lorenz Maroldt
Und wie feiern wir Ostern? Lässt sich das auch irgendwann nachholen? Ich habe darüber gestern mit dem Spandauer Pfarrer Viktor Weber gesprochen. Er sagt: „Unser Ostern kommt, wenn Corona geht.“ Es wird ein Fest der Auferstehung sein, die Rückkehr aus dem Dunkel ins Licht und ins Leben. Die Osterbotschaft 2020: „Wir lassen uns nicht entmutigen.“
Für die Gemeinden werden die Kirchen wegen Corona auch zum wichtigsten christlichen Fest nicht geöffnet – aber es wird Predigten aus der Kirche geben – per Stream. Weber, der in Haselhorst vor einem Jahr noch scherzhaft als „Kreuzberger Hipster-Pfarrer“ begrüßt worden war (CP vom 4.3.19), hielt vergangenen Sonntag einen interaktiven „Zoom“-Gottesdienst ab – manche nahmen in ihrer Küche daran teil, einige hatten ihre Kinder dabei, andere schalteten sich aus ihrem Schlafzimmer zu. „Ungewöhnlich, aber spannend“, sagt Weber, sogar aus der Schweiz schaute jemand herein.
Online-Gottesdienste gibt es auch zu Ostern, auf den Websites der Kirchen sind die Termine zu finden, ebenso wie die der Übertragungen im Radio und im TV. Weber sendet am Ostersonntag um 6 Uhr live vom Luisenkirchof aus, erst aus der dunklen Kapelle, dann geht’s nach draußen, zur Sonne, zum Licht – „wenn Gott will und die Technik nicht versagt“. Weber vermisste die „Vibes“ der Gemeinde und den Gesang, aber er freut sich über den Zuspruch, den er erfährt: „Die Kirchen sind leer, aber die Herzen sind voll.“
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