Warum heißt es eigentlich „Hundstage“?

Sogar die alten Römer kannten sie schon: die glühend heißen Hundstage. Wer wissen will, woher der Name kommt, muss den Blick gen Himmel richten. Von Felix Hackenbruch

Warum heißt es eigentlich „Hundstage“?
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Heiße Nachricht zum Thema Hundstage: Gestern haben wir – nach einem Anruf bei der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft – geschrieben, dass der Name vom Sommersternbild großer Hund käme, der nun 30 Tage am Stück zu sehen sei. Offenbar hat uns da ein Meteorologe hinters Sternenlicht geführt. CP-Leser Rolf S. schrieb: „Der große Hund gehört zu den Wintersternbildern. Er steht im Sommer am Tageshimmel und ist dadurch unsichtbar. Wer das nicht glaubt, sollte einen Planetariumsbesuch machen.“ Haben wir natürlich direkt getan. Doktor Monika Staesche, Leiterin des Planetariums am Insulaner, klärt auf: „Der große Hund ist ein Wintersternbild. Da aber jeder Stern von Tag zu Tag vier Minuten früher aufgeht, ist Sirius, der hellste Stern im großen Hund, das erste Mal im Sommer kurz vor Sonnenaufgang zu sehen.“ Am sogenannten „Frühaufgang“ des Sirius hätten sich schon die alten Ägypter orientiert, denn dann folgte bald die Nilschwemme – aufgrund der Regenfälle in Äthiopien zu dieser Zeit im Jahr. Die Römer übernahmen die Entdeckung und nannten den Zeitraum fortan Hundstage. In den vergangenen 2000 Jahren haben sich die Sternbilder jedoch verschoben, sagt Staesche. Sirius ist nun erst Ende August sichtbar. Und überhaupt: „Die Hitze hängt von der Wetterlage ab.“ *Schwitz* – wäre das auch geklärt.