Malen, dann zahlen: Die kreativen Corona-Testzentrum-Grundrisse der Berliner und warum die Gesundheitssenatorin das LKA erst jetzt um Amtshilfe bittet
Betrüger haben mit falschen Coronatest-Abrechnungen in Berlin mindestens 30 Millionen Euro erbeutet (RBB). Dafür war neben krimineller Energie offenbar nicht mehr nötig als eine Serviette und eine Vierjährige, die etwas draufkritzelt. Um ein Testzentrum zu registrieren, mussten Anmelder dem Gesundheitsamt einen Grundriss schicken. Die schönsten hat NDR/WDR-Journalist Markus Grill gesammelt. Hier geht’s zur Sammlung der liebevoll entworfenen Corona-Teststationen. „Ich dachte erst, das ist der Bauplan vom BER“, kommentiert Checkpoint-Kollege Stefan Jacobs. Berlins Teststellenbetrug-Ermittlerin beschreibt ihr Lieblingsexemplar so: „Sieht eigentlich aus wie ne Wärmflasche“ (Q: Spiegel-TV-Doku). Die Gesundheitsverwaltung findet Wärmflaschen als Testzentren offenbar plausibel; jedenfalls bemängelte sie keinen der gezeigten Pläne und die Testzentren öffneten. Zumindest auf dem Papier…
Auch zur Frage, ob man gegen den Corona-Teststellenbetrug nicht früher etwas tun könne, gibt es neue Erkenntnisse: Das Berliner LKA bot dem Gesundheitssenat und der KV im Dezember 2021 und im Januar 2022 offenbar aktiv Hilfe bei der Kontrolle und Aufdeckung möglicher Betrugsversuche an, wie RBB-Recherchen ergaben; bloß ersuchten weder der Senat noch die KV die angebotene Amtshilfe – bisher zumindest. „Aktuell“ werde geprüft, ob die Polizei „im Rahmen eines Amtshilfeersuchens beim Landeskriminalamt“ verbleibende Teststellen kontrollieren könne, hieß es von der Gesundheitsverwaltung.