„Kartell aus ganz wenigen Trägern“: Psychologe Mansour kritisiert Auswahl der Berliner Bildungsverwaltung
Nach den Ferien sind Jugendliche zurück im Unterricht – nun gibt es von Landesseite eine Hilfestellung zum Nahostkonflikt an Berlins Schulen. Doch nicht alle sind damit glücklich. Von Frank Bachner, Anke Myrrhe und Susanne Vieth-Entus
Lehrerinnen und Lehrer müssen diesen Konflikt jeden Tag im Unterricht erklären, moderieren, einordnen. Parteiübergreifendes Lob erhielt deswegen ein Brief, den Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am Freitag an alle Schulen verschickte. Darin enthalten neben Dank und Zuversicht: 40 Seiten mit fast täglich stattfindenden Fortbildungsangeboten und Unterrichtsmaterialien zum Thema, sowie dem Aufbau einer möglichen Unterrichtsstunde (das ganze Schreiben inkl. Liste ist hier verlinkt).
Ganz ohne Kontroverse ging es bei der Zusammenstellung von Materialsammlung und Experten allerdings nicht zu: Offenbar hatte sich die neue Bildungs-Staatssekretärin Christina Henke bemüht, Ansprechpartner, die als zu „links“ oder als zu Islamismus-unkritisch gelten, aus der Sammlung zu streichen – ohne Erfolg. Sie sei argumentativ nicht auf der Höhe gewesen, heißt es. Henke wird intern wie extern inzwischen recht offen als „Fehlbesetzung“ bezeichnet.
Stattdessen fehlt auf der Liste der Schul-Ansprechpartner der Islamismus-kritische Psychologe und Islamexperte Ahmad Mansour: Er war erst im letzten Augenblick gefragt worden, ob er etwas anzubieten habe. Mansour appellierte an die Verwaltung, „unterschiedliche Methoden und Sichtweisen“ zuzulassen. Es können nicht sein, „dass ein Kartell aus ganz wenigen Trägern nur zum Zug kommt, wie das in jüngerer Vergangenheit der Fall war“. Das geht vor allem in Richtung der SPD, die 25 Jahre lang die Bildung verantwortet hat: „Unsere Arbeit an Schule wird erst seit drei, vier Monaten in Berlin gefördert“, sagt Mansour. „Unter der rot-rot-grünen Regierung sind wir und andere Träger blockiert worden.“