Bei aktuellem Sicherheitskonzept droht Wiederholung: Berliner S-Bahn-Chaos bei Doppel-Staatsbesuch entstand auf Anweisung der Polizei
Als zuletzt der ukrainische und der israelische Staatspräsident Berlin besuchten, ging bei der S-Bahn kaum noch etwas. Weil das die Polizei so wollte. Und das könnte öfter passieren. Von Stefan Jacbos.
Als am Freitag die Staatspräsidenten von Israel und der Ukraine in Berlin waren, wurde die S-Bahn zur Immobilie: Drei Linien waren komplett eingestellt, alle anderen ausgedünnt und teils massiv verspätet. Musste das sein? Ja, teilt die Bahn auf CP-Anfrage mit: Die Bundespolizei habe nicht nur Abschnitte von Stadtbahn und Ring gesperrt, sondern zeitweise auch auf zehn Strecken vermindertes Tempo angeordnet. Damit der Betrieb nicht völlig im Chaos versinkt und voll besetzte Züge auf freier Strecke stranden, sei das Angebot so weit ausgedünnt und nach Ende der Einschränkungen am Nachmittag „binnen kürzester Zeit“ wieder hochgefahren worden. Die Misere kann sich bei künftigen Staatsbesuchen wiederholen, „sofern das behördliche Sicherheitskonzept gleichbleibt“. Kleiner Trost (für die S-Bahn, nicht für die Fahrgäste): Weil die Ausfälle nicht selbst verschuldet waren, vermiesen sie zwar die Qualitätsbilanz, aber der S-Bahn wird dafür kein Geld abgezogen.