Mopsfledermaus könnte bedrohte „Kolonie10“ retten

In Wedding kämpft die „Kolonie10“ seit Jahren gegen ihre Verdrängung. Zur Rettung des schmucken Remisenhofes kommt nun die Mopsfledermaus angeflattert. Von Julius Betschka

Mopsfledermaus könnte bedrohte „Kolonie10“ retten
Foto: Stefan Thomas/dpa

Fledermäuse genießen nicht den allerbesten Ruf. Das hat viele – jaja, auch aktuelle – Gründe. Die Mopsfledermaus allerdings macht sich gerade beliebt: In Wedding kämpft die „Kolonie10“ seit Jahren gegen ihre Verdrängung. Der schmucke Remisenhof war lange Zeit Refugium für 40 Bewohner, Gewerbetreibende, Künstler. Wie die Berlin-Erzählung weitergeht, ist ja bekannt: Ein Investor kaufte das Gelände, die Menschen mussten nach und nach gehen, jetzt sollen Mikro-Appartments gebaut werden. Da flattert die seltene Mopsfledermaus zu Hilfe: Ein von den Bewohnern beauftragtes „artenschutzrechtliches Fachgutachten“, das dem Checkpoint exklusiv vorliegt, kam zu dem Ergebnis, dass das in Berlin eigentlich schon verschwundene Tier in der Gegend beheimatet sein muss. „Barbastella barbastellus ist nicht nur Fledermaus der Jahre 2020/2021, sie gilt auch als streng zu schützende Art, für deren Erhalt Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Kann der Remisenhof ein solches sein? 14 weitere besonders geschützte Vogelarten hatten frühere Gutachten schon festgestellt. Die Natur könnte die Stadt hier vor dem Ausverkauf retten. Darüber muss laut des Vereins „Kulturhof Koloniestraße10“ jetzt die Umweltverwaltung entscheiden. Das Gutachten wurde gefaxt. Mopsfledermaus. Hihi.