Der Senat bekommt den Müll nicht weg
In ihrem Regierungsvertrag haben CDU und SPD festgehalten, was ihre Koalition in Sachen Müll zu tun gedenkt: „Sie sorgt für Sauberkeit und Ordnung.“ Wann es so weit ist, steht dort leider nicht, dabei wäre es langsam mal Zeit: Die Innenstadt sieht aus wie Sau, vor allem nach den Wochenenden. Dass die BSR seit Anfang Juli jetzt für immerhin 237 der rund 2500 Grünanlagen Berlins zuständig ist (den Rest erledigen die Bezirke, nicht), macht sich kaum bemerkbar, auf der Ordnungsamt-Website fließen die Müllmeldungen nur so rein.
Kapitulative Ideen wie die von Bürgermeisterin Clara Herrmann (Friedrichhain-Kreuzberg), die überfüllten Mülleimer gleich ganz abzuschrauben in der irren Hoffnung, dass die Leute ihren Abfall dann mit nach Hause nehmen, werden nicht weiterverfolgt, ebenso wenig wie die Leute verfolgt werden, die ihren Abfall einfach fallen und liegen lassen. Dass der neue Bußgeldkatalog (weggeworfene Kippen, Einwegbecher, Tüten 250 Euro, ab zwei Kilo Müll 3000 bis 8000 Euro) immer noch nicht gilt, ist da auch egal.
Aber wer sind eigentlich diese Leute, die für die zunehmende Verwahrlosung Berlins verantwortlich sind? Kennen Sie die? Oder gehören Sie etwa sogar selbst dazu? Haben Sie sich an den Zustand gewöhnt, gehört das für Sie zu einer Großstadt eben dazu, oder haben Sie die Nase voll davon? Schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de. Und jetzt mal ehrlich, Hand aufs Herz: