Humboldt Forum in Erklärungsnot – Immer mehr rechte Spender werden publik
Das Humboldt Forum kennt sich aus mit schönen Fassaden. Doch die zahlreichen rechten Spender kratzen am Image. Von Nina Breher.
Barocke Fassade, finanziert von neuen und alten Rechten? Im Zuge eines freundlichen Hinweises des Architekturhistorikers Philipp Oswalt im Tagesspiegel wurde im Oktober bekannt, dass einer der im neuen Stadtschloss mit einer Tafel geehrten Großspender rechtsradikale Positionen vertrat. Unter anderem leugnete er das Ausmaß des Holocaust. Das Humboldt Forum distanzierte sich, Ehrhardt Bödeckers Ehrentafel wurde entfernt. Nun werden immer mehr fragwürdige Großspender bekannt, die auf der Spendenliste stehen. Die Süddeutsche Zeitung hat sie aufgelistet:
++ Karl-Klaus Dittel – Stuttgarter Orthopäde und Mitgründer eines Vereins, der die AfD nicht nur mit Plakaten und Gratiszeitungen im Wert mehrerer Millionen unterstützte, sondern zudem anonymen AfD-Spendern illegale Parteispenden ermöglicht habe (Q: 3Sat-Kulturzeit).
++ Thomas Sambuc – hat dem Humboldt Forum nicht nur mindestens 100.000 Euro gespendet, sondern trat auch bei den Stuttgarter Gemeinderatswahlen 2019 für die AfD an.
++ „Gesellschaft Berliner Schloss“ – einer ihrer drei Vorstände ist der Berliner AfD-Politiker Daniel Krüger, ein weiterer der Architekturhistoriker Guido Hinterkeuser. Letzterer unterzeichnete eine Petition führender Neurechter gegen Einwanderung.
++ „Preußenabend München“ – laut Bayerischem Rundfunk treten in der Organisation Rechtskonservative, AfD-Politiker und Neonazis auf.
++ Claus Wolfschlag – Autor der rechten Zeitung „Junge Freiheit“. Außerdem hat auch die Zeitung selbst gespendet.
++ Rudolf-August-Oetker-Stiftung – Oetker war Industrieller und Mitglied der Waffen-SS.
Bleibt abzuwarten, ob die von Spenden mitfinanzierte Fassade noch weiter bröckelt…