Herbstliche Erinnerungen an das Ahornblatt in Ost-Berlin

Ich bin satt, ich mag kein Ahornblatt. So dachte sich Berlin das wohl im Angesicht der sozialistischen Architektur und riss die beliebte Speisegaststätte an der Fischerinsel mit den markanten Spitzfenstern ab (Foto hier). „Eine Sünde“, findet nicht nur das Team des Hotel Palace am Kurfürstendamm – andere Leserinnen und Leser beklagten nach unserem Erinnerungsaufruf im gestrigen Checkpoint eine anhaltende architektonische Armut mit „überall entstehenden Schuhschachteln mit Natursteinverblendung“ (@Eisenstein19 via Twitter). Unser Leser Reinhard Gränz erinnert sich dagegen an viele Feiern, die er als für Ton und Beschallung zuständiger „Meßingenieur“ dort erlebte. Über das Buffet der Partys auf der Terrasse seien am nächsten Tag die Spatzen hergefallen; fürs Abräumen gab es offenbar keine zuständigen Ingenieure. Bernd Oertwig aus dem alten Westteil erinnert sich dagegen an eine Begegnung mit der Volkspolizei Anfang der Achtzigerjahre. Hier teilt er seine ungeteilte Berliner Geschichte: „Zeige ein paar Leuten erst meinen Westen. Dann rüber. Außer mir war noch nie jemand im Osten. Nähe Ahornblatt übern Damm. Spätorange. Andere Straßenseite lauert ein Vopo. Klein, kugelig und Bierbauch. Ausweise! Der meines 1.99-Meter-Freundes interessiert ihn besonders. Kopp in den Nacken, sieht er zu ihm hoch: ‘Zu zwee Meta hattet wohl nich jereicht?‘