Berlin sucht die Superbarrieren
Der Behindertensportverband hat Berlins schlimmste Barrieren prämiert. Den ersten Platz belegt ausgerechnet ein Blindenleitsystem vom Bundestag. Von Anke Myrrhe und Thomas Lippold
Berlin sucht die Superbarrieren: Der Behindertensportverband hat Berlins schlimmste Barrieren prämiert (Video hier). Platz 1: Das Blindenleitsystem hinterm Paul-Löbe-Haus, das direkt auf einen großen Pfeiler führt. Beim Ausweichen gibt es zumindest eine 50-Prozent-Chance, nicht ins Wasser zu fallen. Doch auch die anderen zehn Barrieren wären schönste Berlin-Satire – wenn sie nicht Menschen ausschließen würden.
„Wir laufen ja alle an so vielen Barrieren vorbei und wir nehmen sie gar nicht wahr, wenn wir nicht auf Barrierefreiheit angewiesen sind“, sagt Klaas Brose, Geschäftsführer des Berliner Behindertensportverband, der mit der Aktion „ein bisschen die Augen öffnen“ möchte. Nicht nur für bauliche Barrieren und Behindertenparkplätze hinter Zäunen (mein persönlicher Favorit im Video), sondern auch für Sprachbarrieren und Dinge, die wir alle ändern können. Wie zum Beispiel das Blindenleitsystem vorm Hauptbahnhof, das häufig „komplett vollgestellt ist mit E-Rollern, Motorrädern und Fahrrädern“, sagt Brose. Wenn Sie eins sehen: Fahren Sie‘s weg!