„Evas Obdach“ für wohnungslose Frauen: Land Berlin kauft vier Wohnungen und sichert bedrohte Notunterkunft

Zum 30. Juni sollte die Notunterkunft für Frauen in Berlin geschlossen werden – der Mietvertrag wurde gekündigt. Um das ganzjährige Projekt zu erhalten, kaufte Berlin Wohnungen. Von Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek.

„Evas Obdach“ für wohnungslose Frauen: Land Berlin kauft vier Wohnungen und sichert bedrohte Notunterkunft
Foto: dpa / Arne Dedert

Aufatmen. Für 1,9 Millionen Euro hat das Land Berlin vier Wohneinheiten in Neukölln gekauft und so die Notunterkunft „Evas Obdach“ für wohnungslose Frauen gesichert. Dem Projekt mit 30 Notübernachtungsplätzen – der größten ganzjährigen Notunterkunft für Frauen in Berlin – drohte die Schließung zum 30. Juni, der Mietvertrag war gekündigt worden. Gestemmt wurde der Ankauf aus Mitteln des „Lenkungsgremium für Sicherheit, Sauberkeit, Sucht und Unterbringung“ sowie Restmitteln des Vorjahres. „Wir erhalten diesen Zufluchtsort“, teilte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) dem Checkpoint vorab mit. Wohnungslose Frauen bräuchten besondere Schutzräume und spezielle Hilfsangebote – sie sind auf der Straße häufiger von gesellschaftlicher Diskriminierung und sexueller Gewalt betroffen.

Die Wohnungen gehen nun in das Treuhandvermögen des Landes ein, das von der gemeinnützigen Gesellschaft für StadtEntwicklung (GSE) verwaltet wird. Deren Geschäftsführer Philipp Strohm lobte das „rasante Tempo“ des Ankaufs, der von Ankaufsprüfung über Mittelfreigabe und Verhandlungen bis zur notariellen Beurkundung nur ein halbes Jahr gedauert habe. „Jede einzelne beteiligte Stelle hat sich lösungsorientiert verhalten und damit in Rekordzeit den Fortbestand einer wichtigen sozialen Einrichtung gewährleistet.“ Weitere Einzelheiten zu dem Kauf gibt die Sozialverwaltung heute um elf Uhr bekannt – am neuen Standort von „Evas Obdach“, der Fuldastraße 9.