Lehrer-Verbeamtung: Experten werfen Kollatz Irreführung vor

In einem Brief an Finanzsenator Matthias Kollatz vom 16. Mai sezieren die Bildungsexperten Reiner-Maria Fahlbusch, Andreas Volbracht und Sönke Harm Pörksen dessen ablehnende Stellungnahme zur Lehrerverbeamtung – das Fazit: „In mancher Hinsicht irreführend, in anderer sogar falsch.“ Das von Kollatz gemeinsam mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres unterzeichnete Papier war beim SPD-Landesparteitag Ende März an die Delegierten verteilt worden. In einer Anlage zu ihrem Brief an Kollatz gehen die Verfasser jetzt über fünf Seiten detailliert auf acht Punkte ein, sprechen von „wirtschaftlichem Unfug“, absichtlich übertriebenen Szenarien („nicht belastbar“), falschen Vergleichen – und außerdem würden Zahlen „bewusst verschwiegen“.

Nur auf einen Punkt im Kollatz/Scheeres-Papier gehen Fahlbusch, Volbracht und Pörksen nicht ein: die Gesundheitsquote. Demnach sind nach Ablauf der Entgeltfortzahlung (ab 42 Tage) verbeamtete Lehrkräfte mehr als doppelt so oft dauerkrank wie Angestellte (6,5 % zu 3 %) – Kollatz errechnet daraus einen Mehrbedarf von 3,5 %. Sollte doch noch im Land Berlin bei der Schulbildung wieder verbeamtet werden, gehört auf jede Urkunde ein Warnhinweis: „Achtung! Der Beamtenstatus gefährdet nachhaltig Ihre Gesundheit“.

Apropos Schule: Dort soll es ja nach den Sommerferien kostenloses Essen geben, immer und überall. Doch jetzt stellt sich heraus: Jede fünfte Schule (75 von 350 Grundschulen) hat dafür gar keine Räume. Die müssen jetzt gemietet werden  wenn es denn überhaupt noch irgendwo was zu mieten gibt.