„Es hat sich nichts verändert“
Manja Schreiner gab sich zwischen dem Hin- und Herschieben ihrer Papiere, großen Schlucken Wasser und einigen Nachrichten am Handy, Mühe, so zu tun, als sei all das ganz normal. Sie versicherte spontan: Sie habe nicht das Gefühl, es habe sich in der Arbeit des Senats in den vergangenen drei, vier Monaten etwas verändert.
Tja, könnte natürlich auch darauf hindeuten, dass sich gar nichts verändert hat, also schon vorher… nun ja: Aus Sicht von Stefanie Deinert, Professorin für Personalrecht an der HWR Berlin, wäre das problematisch, da die Senatorinnen und Senatoren nach § 3 Abs.1 SenG vom Bürgermeister ernannt werden (und auch entlassen werden können). „Bei der Ernennung in ein Beamtenverhältnis dürfen gem. § 9 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) sachfremde Erwägungen, hier insbesondere soziale Beziehungen keine Rolle spielen (Negativkriterien).“
Aber bei all der Liebe (meine Güte, wie soll das erst im Frühling werden) drücken wir in den nächsten Wochen auch bei Negativkriterien jetzt bitteschön beide Augen zu, nicht wahr?
Das wünscht sich offenbar die Mehrheit der Berliner: Laut einer Civey-Umfrage (Q: Mopo) finden 55 Prozent diese Beziehung völlig okay oder „eher akzeptabel“, 33 Prozent finden es „eher“ oder komplett „inakzeptabel“. 12 Prozent sind unentschieden. Vermutlich wollen die sich gedanklich noch die Möglichkeit zum Partnerwechseloffenhalten.